Aufstellungen

Welche Art der Aufstellungen biete ich an?

Aufstellungen oder auch bekannt als Familienaufstellungen ist ein wesentliches Element in der Systemischen Beratung.

Es werden regelmäßig Aufstellungs-Termine im Zentrum für Energie und Körperarbeit angeboten.

Bevor ich zum Zweck und Funktionsweise einer Aufstellung komme, zunächst ein paar Worte zum

Hintergrund

Eine Familie kann als System betrachtet werden, wobei die eigene (Ursprungs-)Familie das erste System ist, in das ein Mensch hineingeboren wird. Später tritt das Kind in andere Systeme ein, wie z.B. Kindergarten, Schule, Freundeskreis, Sportverein oder auch andere Vereine. Als Erwachsener kommt dann nach Abschluß der schulischen Ausbildung noch der Arbeitgeber als ein wichtiges, lebensbestimmendes System hinzu.

In jedem dieser beispielhaft genannten Systeme sucht der Mensch (Kind – Jugendlicher – Erwachsener) nach dem für ihn geeigneten Platz. Dies hat immer etwas mit Grenzen ausloten bzw. abstecken, Kompromisse eingehen, manchmal auch mit Kampf, zu tun.

Gerade als kleines Kind muß sich der Mensch in seiner Familie gegenüber den Eltern oder älteren Geschwistern behaupten. Dabei entwickelt er Verhaltensmuster, die es ihm überhaupt erst ermöglichen, den „Kampf“ zu bewältigen und im System zu bestehen.

Diese Muster sind in dieser Phase sehr wichtig, ja sogar Lebensnotwendig!

Im späteren Leben, wenn weitere Systeme hinzugekommen sind, können sich diese Muster aber auch gegen den Menschen selbst richten, denn in diesen Systemen leben und agieren Menschen, die aus anderen Familiensystemen stammen und damit auch andere Verhaltensmuster entwickelt haben.

Das bedeutet für den Einzelnen, daß die gut funktionierenden Muster aus der eigenen Ursprungsfamilie mit den Mustern der anderen, neuen Systempartner kollidieren und zu Konflikten führen.

Oftmals verstehen die Menschen überhaupt nicht, warum bestimmte Menschen sich so oder so verhalten. Bzw. auf der anderen Seite haben die Menschen bei ihrem Gegenüber ein unangenehmes Gefühl, ohne wirklich zu wissen oder zu verstehen, warum und woher dieses kommt – denn objektiv gesehen geben diese Gegenüber mit ihrem Verhalten überhaupt keinen Anlaß für ein solches Gefühl.

In beiden Situation wirken diese Muster, ohne daß der Mensch sich dessen bewußt ist!

Oftmals hat der Gegenüber mit seinem Verhalten oder einer an sich belanglosen Bemerkung bei dem Menschen etwas ausgelöst, was das alte, möglicherweise schon lange inaktive, Muster wieder aktiviert.

Zweck

Der Zweck einer Aufstellung in der systemischen Beratung ist, dem Klienten die Wirkunsgweise eines solchen zuvor beschriebenen Musters „vor Augen zu führen“, indem die konkrete Konfliktsituation mit Stellvertretern aufgestellt wird.

Der Vorteil daran ist, daß der Klient selber nicht aktiv werden muß, außer, daß er die Stellvertreter auswählt und ihnen ihre (Vertreter-) Rolle gibt. Dieses kann sowohl verbal als auch non-verbal erfolgen, indem der Klient bei der Auswahl des Stellvertreters lediglich an die diesem zugedachte Rolle denkt.

Oftmals ist sich der Klient bereits bewußt, daß es sich um ein Thema/Muster aus seiner Ursprungsfamilie handelt, so daß dann in der Regel Vater, Mutter und er selbst als Kind aufgestellt werden. Es kommt aber auch vor, daß keine Klarheit über die Ursachen besteht, so daß lediglich die konkrete Situation als Problem oder Konflikt aufgestellt wird.

Wie der Einstieg geschieht, ist völlig belanglos, weil sich die Aufstellung immer so entwickelt, daß der Klient seine Erkenntnisse daraus entwickeln kann. Hierzu ist natürlich auch die Unterstützung durch den Aufstellungsleiter wichtig, der dem Klienten bei der Interpretation dessen, was geschieht, entsprechend führt und hilft.

Näheres hierzu in der Beschreibung der

Funktionsweise

Grundsätzlich ist es erforderlich, daß der Klient dem Aufstellungsleiter (i.d.R. Therapeut) im Vorfeld die konkrete Situation bzw. das Thema (Problem / Konflikt) beschreibt. Falls andere therapeutische Mittel an der Situation nichts bewirken, wird dann gemeinsam entschieden, eine Aufstellung durchzuführen.

Diese kann im kleinen Rahmen, d.h. nur mit Klient und Aufstellungsleiter stattfinden, wobei der Klient in die eigene Wahrnehmung geführt wird. D.h. er steht „für sich selbst“ und der Aufstellungsleiter nimmt in einer Doppelfunktion die Rolle als Leiter und Stellvertreter für das Thema ein. Auch eine solch „kleine“ Aufstellung kann schon bemerkenswerte Ergebnisse bringen.

Anschaulicher ist auf jeden Fall immer die Arbeit mit einer Gruppe, in der auch mehrere Rollen wie z.B. der zuvor beschriebenen Ursprungsfamilie besetzt werden können.

Hierbei entscheiden Klient und Aufstellungsleiter gemeinsam, welche Rollen zu Beginn besetzt werden. Während einer Aufstellung kann es aber durchaus geschehen, daß weitere Rollen hinzukommen oder -genommen werden müssen. Hierzu später mehr!

Der Klient konzentriert sich auf die Situation und die zu besetzenden Rollen und wählt dann zunächst aus dem Teilnehmerkreis einen Stellvertreter für sich selbst und dann für die weiteren Rollen aus.

Wie bereits erwähnt kann dies verbal („Ich bitte Dich, für mich als Stellvertreter zu stehen“) oder non-verbal geschehen, indem er konkret an die Rolle denkt, die diese Person einnehmen soll. Natürlich sollte vorher die Bereitschaft der Teilnehmer eingeholt werden.

Die ausgewählten Stellvertreter stehen von ihren Sitzplätzen auf und werden von dem Klienten nach seinem Gefühl in Relation zueinander im Raum „aufgestellt“. Dies ist aber nicht unbedingt erforderlich…

Der Klient setzt sich wieder in den Zuschauerkreis neben den Aufstellungsleiter, welcher den Start dieser Aufstellung verkündet. Die Vertreter fühlen sich in ihrer Rollen ein und agieren frei aus ihrem Gefühl heraus. Es finden Bewegungen statt, die aufeinander zu gerichtet sind oder voneinander weg. Auch eine totale Starre kann bei einem oder mehreren Teilnehmern eintreten.

Der Klient betrachtet das Szenario immer mit einem Blick auf sein Thema, während der Aufstellungsleiter im Hinweise gibt bzw. noch Fragen zur Klärung stellt.

Es ist nicht ungewöhnlich, daß es in einer Aufstellung auch einmal zu einem Stillstand kommt. Dann greift der Aufstellungsleiter ein, indem er die Vertreter befragt, wie es ihnen geht, was sie ggf. benötigen, um eine Bewegung zu machen, oder oder oder. Eventuell sieht der Aufstellungsleiter aber auch, daß noch eine Person fehlt und bittet einen der Zuschauer, in die Rolle zu gehen. Es kommt aber auch immer einmal vor, daß einer der Zuschauer sich plötzlich bewegt fühlt, in einer Rolle in die Aufstellung hinein zu gehen.

Wie eingangs bereits beschrieben geht es dabei darum, dem Klienten die Ursachen / Gründe für seine Situation aufzuzeigen. Dieses ist aber nur der erste Schritt! Optimalerweise kann der Klient die Situation nutzen, um eine Änderung herbeizuführen, und zwar eine Änderung im eigenen System bzw. eine Änderung seines Musters und damit seines Verhaltens. Bestenfalls kann sogar das Muster ganz aufgelöst werden, wenn es für die aktuelle Lebenssituation nicht mehr von Nutzen ist. Eine solche Veränderung führt immer auch zu einer Änderung der Situation bzw. des Konfliktes, welcher sich sogar ganz auflösen kann.

 

Falls keine Vertreter greifbar sind, eine Aufstellung zu zweit aber auch nicht zielführend ist, besteht noch die Möglichkeit, mit einem Aufstellungsbrett zu arbeiten; Der Klient stellt dann als Vertreter Holzfiguren auf einem Brett auf. Eine solches Aufstellung ist eher statisch, kann dem erfahrenen Aufstellungsleiter aber auch schon Aufschluß über einen Lösungsansatz geben, den dieser dem Klienten dann erläutert.

Grundlegendes Prinzip bei allen aufgeführten Varianten ist die Achtsamkeit des Klienten und des Aufstellungsleiters sowie der weitern beteiligten Personen.

 

Termine

In 2016 hat es bereits zwei Einführungstermine in das Thema gegeben;

– 18.06.2016

– 20.08.2016

Am 29. Oktober wird um 16:00 Uhr noch ein weiterer Einführungstermin angeboten.

Ab Januar 2017 werden in regelmäßigen Abständen Aufstellungs-Termine stattfinden. Die konkreten Daten werden im Blog dieser Webseite angekündigt bzw. sind hier zu finden.

 


Termine

Termine für Aufstellungen:
06.05.2017 - 16:00
10.06.2017 - 16:00
08.07.2017 - 16:00

Termine im ZEKAD:
22.04.2017 - 14:30 Feldenkrais Workshop
29.04.2017 - 11:00 Tai Chi Chuan Praxistag
07.05.2017 - 10:00 Feldenkrais Workshop